Arbeitsmarkt für Ingenieure 2018

5 Fragen an Claus Peter Brandt

Auf der Online-Plattform stem-p finden Spezialisten aus der technischen Branche neue, spannende Projekte. Neben ganz alltäglichen Themen wie zum Beispiel dem Sondermaschinenbau, finden sich zukunftsorientierte Missionen aus innovativen, dynamischen Bereichen wie der Batterieentwicklung oder E-Mobility. Wir haben mit Geschäftsführer Claus Peter Brandt über den Status des Arbeitsmarktes für Ingenieure und die aktuellen Chancen für Bewerber gesprochen.

Herr Brandt, auf der Plattform stem-p werden Ingenieuren sogenannte Missionen angeboten, keine Jobs im klassischen Sinn. Was bedeutet dieser spezielle Begriff?
CPB: In den technischen Branchen hat sich bei der Beschäftigung ein Nachfragemarkt entwickelt.. Wer gut qualifiziert ist, hat auch einen Job. Es gibt praktisch keine Ingenieure auf dem freien Markt. Wenn man also jemanden mit einer Stelle locken will, reicht die übliche Stellenanzeige nicht aus. Das ist nicht attraktiv genug. Wir müssen dem Bewerber also eine Perspektive aufzeigen, eine neue Entwicklungsmöglichkeit bieten, die er in seinem aktuellen Job noch nicht hat. Wir müssen ihm eine Vorstellung davon vermitteln, wie seine Zukunft in dem neuen Unternehmen aussehen würde, wo sein Platz wäre, wo er seine Ideen und Kompetenzen einbringen könnte.

Sicher spielen bei der Jobsuche attraktive Inhalte und spannende Aufgaben eine Rolle. Aber welche Rolle spielt der Standort, das soziale Umfeld? Entscheiden die Bewerber im Rahmen der Work-Life-Balance eher nach dem Life- oder nach dem Work-Aspekt?

CPB: Das Gesamtpaket muss stimmen. Wir haben viele Mitarbeiter, die sich rein auf eine Mission bewerben und da auch den Umstand in Kauf nehmen, aus einer Metropole aufs Land zu ziehen, weil hier einfach ein interessantes Projekt wartet. Aber wir berücksichtigen bei der Vermittlung natürlich auch den Life-Aspekt. Das wird immer wichtiger. In jeder Altersstufe gibt es hier unterschiedliche Bedürfnisse. Wir haben den Anspruch auf diese Bedürfnisse einzugehen.

Sehen Sie die deutsche Technikindustrie hier gut aufgestellt, solchen Erfordernissen zu entsprechen?

CPB: Wie immer liegt in Deutschland der Mittelstand hier ganz weit vorne. Die Großindustrie zieht erst langsam nach. Die Leute legen aber auch immer weniger Wert auf große Namen. Die Aufgaben oder das Projekt, an dem man dann arbeitet, aber auch die sozialen Umstände werden immer wichtiger. Und da sind die Mittelständler schon weiter, unterstützen Mitarbeiter mit Kindern, organisieren die Kinderbetreuung, schauen, dass Schulen oder sogar Bauplätze im Umfeld liegen. Das Gehalt allein entscheidet nicht mehr, denn gut bezahlt sind die Jobs sowieso.

Was zeichnet den Arbeitsmarkt für Ingenieure aus? Ist der Fachkräftemangel so gravierend?

CPB: Wir haben durchaus Plätze, die nicht besetzt sind – weil sie inhaltlich spezielle Anforderungen stellen. Gerade die neuen, sehr interessanten Jobs sind oft nicht besetzt, weil es in den Jahren zuvor an den Hochschulen auch noch nicht gelehrt wurde. Wo sollen dann die Leute herkommen? Dazu kommt, dass Absolventen noch immer Probleme haben, nach dem Abschluss zeitnah in den Job zu kommen. Das liegt auch an der Veränderung der Studiengänge auf Bachelor bzw. Master. Wer nur einen Bachelorabschluss hat, ist oft nicht ausreichend einsetzbar, denn es fehlt einfach an Erfahrung. Darum rate ich Absolventen dringend, immer den Master zu machen. Natürlich: Wenn jemand sehr agil ist, die Sache mit starkem Engagement anpackt, kann er auch als Bachelor einen guten Job bekommen. Der Bachelor-Studiengang ist inhaltlich aber sehr verschult. Wenn die Absolventen im Unternehmen dann ihr erstes eigenes Projekt selbständig betreuen sollen, bekommen sie häufig Probleme.

Unternehmen nehmen ungern Absolventen mit wenig Erfahrung. Müssten die Unternehmen neuen Leuten nicht auch einfach mal eine Chance geben?

CBP: Grundsätzlich sind die Unternehmen schon bereit Absolventen einzustellen. In dem Fall bereiten wir die Absolventen auf das Bewerbungsgespräch gründlich vor.
Durch die mittlerweile vielen unterschiedlichen Fachrichtungen ist es für die Unternehmen nicht leicht die richtigen Kandidaten zu finden. Auch hier stehen wir beratend zur Seite.

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